Ausgangspunkt: Von Asphalt zu Natur
Wo über Jahrzehnte ein toter, asphaltierter Parkplatz lag, sollte wieder Natur entstehen. Dieser Gedanke bildete den Ausgangspunkt unseres Vorhabens. Karl Zünd, Unternehmer und Senior der ZÜND AG in Altstätten, wollte gemeinsam mit mir etwas Wertvolles zurückgeben: ursprüngliche Natur für die Mitarbeitenden, das Industriegebiet und die zahlreichen Lebewesen eines vielfältigen Waldes.
Die Idee des ZÜNDWALDES
Mit dem Bau einer neuen Montagehalle samt Tiefgarage entfiel der Bedarf an den bisherigen Parkflächen auf einem 2.000 m² großen Areal. Damit entstand die Chance für ein außergewöhnliches Renaturierungsprojekt: die Schaffung eines „Recycling-Waldes“ – des ZÜNDWALDES.
Zwei Jahre Planung und Herausforderungen
Der Weg dorthin dauerte über zwei Jahre und war geprägt von anspruchsvollen Herausforderungen, am Ende jedoch von großem Erfolg. Als wir im März 2025 nach intensiver Planung begannen, den Asphalt abzutragen, zeigte sich rasch: Der lehmige Untergrund war kontaminiert und für das langfristige Wachstum großer Bäume ungeeignet.
Bodenvorbereitung und ökologische Modellierung
Wir ließen vier unterschiedlich tiefe Gruben ausheben, die tiefste fast drei Meter unter Niveau, sodass Grundwasser versickern kann. Darin entstand ein waldähnlicher Bodenaufbau aus Grobschlag, Sanden und Unterboden – geliefert aus der unmittelbaren Umgebung, darunter auch ausgebaggerte Anlandungen lokaler Bergbäche. Die modellierte Waldlandschaft erhielt Hügel bis zu zwei Metern Höhe. Eine diagonal verlaufende Fahrtrasse gewährleistete die schweren Arbeiten, ohne die späteren Pflanzflächen zu verdichten.
Bepflanzung und Artenvielfalt
Nach dem Auftrag einer rund 50 cm dicken Humusschicht begann die Pflanzung zahlreicher heimischer Arten. Birken, Pappeln, Weiden, Erlen, Kiefern, Eiben und Sauerkirschen fanden ebenso ihren Platz wie eine große Vielfalt an Sträuchern: Kornelkirsche, Haselnuss, Weiß- und Schwarzdorn, Wacholder, Stechlaub, Pimpernuss, Pfaffenhütchen, Holunder, Felsbirne und Traubenbeere. Ergänzend dazu wurden Farne, Moose, Efeu, Bärlauch sowie Totholzstämme, Wurzelstöcke und Steinhaufen integriert.
Rettung großer Bäume
Das Besondere am Zündwald ist jedoch die Rettung von über 30 großen Bäumen, die andernorts gefällt worden wären. Eine 40-jährige Stieleiche mit 120 cm Stammumfang, rund zwölf Metern Höhe und etwa 17 Tonnen Gewicht wurde ebenso versetzt wie mehrere stattliche Feldahorne. Aus Österreich erhielten wir frisch ausgegrabene, teils urwüchsige Hainbuchen und Feldahorne, einige über zehn Meter hoch und 25 Jahre alt. Die größte mehrstämmige Hainbuche maß 14 Meter und wog rund sieben Tonnen. Im November 2025 wurde die Fahrtrasse zurückgebaut, teils meterhoch aufgefüllt und mit Waldbodenrändern versehen. Dort fanden weitere 30 Sträucher ihren Platz.
Ein neues Ökosystem entsteht
Heute umfasst der Zündwald über 70 größere Bäume und rund 180 Sträucher – mehr als 40 Gehölzarten insgesamt. Bereits wenige Wochen nach der Pflanzung stellten sich erste Ökosystemprozesse ein: Singvögel, Wildbienen, Schmetterlinge, Elstern, Raben und Milane besiedelten die Fläche, Pilze breiteten sich aus und erwünschte Fremdpflanzen fanden ihren Weg.
Nutzung und Zukunftsperspektive
Ab Frühjahr 2026 werden Führungen und Bestimmungstouren angeboten. Für die Mitarbeitenden der ZÜND AG ist der Zündwald schon jetzt ein geschätzter Erholungsraum und ein Ort, den wir mit Stolz auch Gästen und Besuchern zeigen.





























